Angebot schreiben im Handwerk: Aufbau, Inhalte und typische Fehler
Was ein Angebot leisten muss
Angebot schreiben im Handwerk ist keine Formalie. Es ist das erste echte Dokument, das ein potenzieller Auftraggeber von dir in der Hand hält. Es zeigt, ob du die Aufgabe verstanden hast, ob du professionell arbeitest und ob dein Preis nachvollziehbar ist.
Ein Angebot, das nur aus einer Zahl besteht, verliert. Nicht weil der Preis zu hoch ist, sondern weil der Auftraggeber keine Grundlage hat, um zu vergleichen.
Der sinnvolle Aufbau
Ein solides Handwerksangebot hat eine klare Reihenfolge:
1. Kopfdaten Dein Betrieb mit vollständiger Adresse, Steuernummer und Kontakt. Dazu Name und Adresse des Auftraggebers, Angebotsdatum und eine eindeutige Angebotsnummer. Die Nummer brauchst du später, wenn aus dem Angebot eine Auftragsbestätigung wird.
2. Leistungsbeschreibung Das Herzstück. Hier beschreibst du konkret, was du machst. Nicht „Elektroinstallation" sondern: welche Räume, welche Leitungen, welche Materialien, welche Normen. Je klarer das steht, desto weniger Diskussionen gibt es nachher über den Umfang. Stundensätze und Materialpreise getrennt ausweisen.
3. Zeitraum und Gültigkeitsfrist Wann kannst du anfangen, wie lange dauert die Arbeit ungefähr, und wie lange gilt das Angebot. Ohne Gültigkeitsfrist kannst du theoretisch noch Monate später auf ein altes Angebot festgenagelt werden. Vier bis sechs Wochen sind üblich.
4. Zahlungskonditionen Wann wird gezahlt, in welchen Schritten. Abschlagszahlungen bei größeren Projekten sind normal und schützen dich vor Liquiditätsproblemen.
5. Ausschlüsse Was ist ausdrücklich nicht im Angebot enthalten. Entsorgung, Malerarbeiten nach der Installation, Schäden durch Vorschäden, Lieferzeiten bei Spezialmaterial. Was nicht steht, wird später zum Streitpunkt.
Drei Fehler, die oft passieren
Zu vage schreiben. „Badezimmer renovieren, Pauschalpreis 3.800 Euro" klingt einfach, produziert aber Konflikte. Was ist Renovierung? Fliesen? Sanitär? Elektrisch? Schreib es raus.
Keine Nachkalkulation machen. Viele Betriebe schreiben ein Angebot aus dem Bauch heraus. Wenn du nicht weißt, wie viele Stunden du brauchst und was das Material kostet, weißt du auch nicht, ob der Auftrag profitabel ist.
Den Auftraggeber nicht abholen. Technische Beschreibungen sind wichtig, aber dem Auftraggeber ist vor allem wichtig, was er am Ende hat. Kurz in Klartext formulieren, was das Ergebnis ist. „Nach Abschluss der Arbeiten haben Sie eine funktionsfähige Fußbodenheizung in allen drei Zimmern, abgenommen nach EN 1264." Das schafft Vertrauen.
Wann lohnt sich ein Angebot überhaupt
Nicht jeder Kleinstauftrag braucht ein formelles Angebot. Für einen Wasserhahn wechseln reicht eine mündliche Absprache. Aber ab einem Volumen von einigen Hundert Euro, spätestens aber bei allem, was einen Tag oder länger dauert, ist ein schriftliches Angebot Pflicht, zum Schutz beider Seiten.
Die Erstellung muss nicht lange dauern. Wer eine gute Vorlage hat und die Leistungspositionen einmal sauber angelegt hat, braucht für ein Standardangebot keine halbe Stunde.